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Nach einem Jahr Entwicklungs- und Testphase plant woodtec die Lancierung ihrer neuesten Erweiterung zum Elementbautisch.

"Pneumatische Presse" - Schweizer Holzrevue

 
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Pneumatische Pressvorrichtung

Verleimen von Kastenelementen

Nach einem Jahr Entwicklungs- und Testphase plant woodtec die Lancierung ihrer neuesten Erweiterung zum Elementbautisch, die pneumatische Pressvorrichtung. An drei Pilotbetrieben wurde das Verleimen und Pressen von Holzelementen, von Hohlkästen und Rippendecken, getestet.

Schweizer Holzrevue, Heft 1/2 2013

© Holzrevue, 2013

Seit einiger Zeit wird im Holzrahmenbau vermehrt auf verleimte Holzelemente gesetzt, vor allem für Zwischendecken und Dachelemente. Diese gelten dank der Klebstoffverbindung als Flächentragwerke, ähnlich dem BSP. Das heisst, sie können schlanker hergestellt werden als herkömmliche Balkentragwerke und sind über längere Distanzen freitragend. Die Herstellung solcher Elemente war bisher jedoch aufwendig und wurde nur von wenigen Betrieben wahrgenommen. Das soll sich mit der pneumatischen Pressvorrichtung nun ändern. Der Anstoss dazu kam ursprünglich von Kundenseite.

In der Praxis wird der Holzrahmen auf dem woodtec Elementbautisch vorgefertigt und dann mit zwei Holzwerkstoffplatten beidseitig verleimt. Anschliessend wird das gesamte Holzelement in Abständen von 0.5 m mit Pressrahmen bestückt. Diese verfügen über einen Pressaufsatz, der pneumatischen Druck in Presskraft von bis zu 4t pro Rahmen umwandelt. Die Presskraft verteilt sich so homogen über das gesamte Element und kann über ein Ventil überwacht und geregelt werden.

Sehr erfolgreiche Testphase

Seit den ersten Testversuchen vor rund einem Jahr ist die Pressvorrichtung bei drei Pilotbetrieben im Einsatz. Mit einer durchschnittlichen Auslastung von 70–80% produzierten diese damit Elemente für die verschiedensten Objekte, von Hotels über Kindergärten bis hin zu Einfamilienhäusern. Bei der Künzli Holz AG in Davos/CH schätzt man daran, dass man sich gegenüber der herkömmlichen Produktion 50% der Zeit spart, da das Element in einem einzigen Arbeitsgang gepresst werden kann. Bei der Schäfer Holzbautechnik AG in Dottikon/ CH schätzt man die grosse Präzision der gefertigten Elemente, die beim Aufrichten viel Zeit erspart.

Der Vorteil der Pressvorichtung als Erweiterung zum Elementbautisch ist natürlich, dass man den Elementbautisch zur herkömmlichen Holzelementproduktion verwenden kann, sofern für verleimte Elemente je nach Objekt einmal weniger Bedarf besteht. Die einjährige Testphase gab aber auch Anlass zu Verbesserungen. Die Abfolge der Arbeitsschritte konnte durch angepasste Einrichtung erleichtert werden, so z.B. das Anbringen der Pressrahmen und deren anschliessende Verräumung. Bei woodtec Fankhauser ist man um diese Erfahrungen sehr froh. «Damit können wir Neukunden viel besser bezüglich effizienterer Produktion beraten», meint Thomas Fankhauser.

Verbesserter Leimauftrag

Eine weitere Verbesserung besteht im Auftragen des Klebstoffs. Es stellte sich rasch heraus, dass die auf dem Markt befindlichen Lösungen für ein effizientes Auftragen des Klebstoffs nicht geeignet waren und so entschloss man sich bei woodtec, einen eigenen Leimauftrag zu entwerfen. Dabei konnte man auf Firmen-internes Know-how zurückgreifen, da woodtec für ihre Vakuumpressen bereits einen halbautomatischen Klebstoffauftrag zur BSPProduktion konzipiert hatte.

Eine Chance für innovative Holzbaubetriebe

Bei den drei Pilotbetrieben handelt es sich im Moment ausschliesslich um Schweizer Firmen. Das hat sich durch die natürliche Nähe zu den Kunden als eine gute Lösung erwiesen, war aber auch dadurch bedingt, dass man in der Schweiz im Gegensatz zum restlichen EU-Raum keine Leimbaugenehmigung braucht. Deutschland und Österreich sind aber ganz klar Zielmärkte und bieten vom Holzhandwerk-Know-how und der traditionell gewerblichen Bauweise ein ideales Potenzial für verleimte Bauteile, wie dies der BSP-Boom auch bestätigt. Eine Leimbaugenehmigung sieht man bei woodtec nicht als grosses Hindernis. «Für einen verantwortungsbewussten Betrieb gehört eine gute Qualitätskontrolle und ein abgesicherter und überwachter Produktionsprozess sowieso zum Standard, Genehmigung hin oder her», meint Fankhauser. «Und für den Rest haben wir genug Erfahrung und Kontakte zu den entsprechenden Instituten um unsere Kunden vollumfänglich zum Erhalt einer Leimbaugenehmigung zu unterstützen.»

Da es sich bei der Pressvorrichtung um eine, wenn auch nicht exzessive, aber doch konsequente Investition handelt, peilt man bei woodtec Betriebe ab 20 bis 30 Mann an, die mehr als 15 bis 20 Wohneinheiten pro Jahr produzieren. Aber auch für kleinere Betriebe ist eine solche Investition denkbar, je nachdem, wie man sich im lokalen Marktumfeld platzieren kann.

Hohlkästen sieht man bei woodtec als ideale alternative für BSP, dessen Kosten aufgrund des hohen Materialverbrauchs relativ hoch sind. Zudem hat sich gezeigt, dass die Betriebe mit einer eigenen Produktion viel flexibler sind und Flächentragwerke projektbezogen nach Mass herstellen können.

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Hohlkästen sind eine ideale alternative für BSP, dessen Kosten aufgrund des hohen Materialverbrauchs relativ hoch sind.
 
 



Veröffentlicht am:
15:15:06 19.02.2013 von CMS System Benutzer

Letzte Aktualisierung
12:59:08 04.07.2013